Allgemein Überwachung Wahlen

nun Handyverbot beim Gehen – und die wachsende Wut der Bürger.

vielleicht hat die wachsende Verrohung der Bürger (Lammert) einfach nur damit zu tun, dass der Bürger (natürlich alle Bürgernden) mit zunehmender Gängelung und Vereinnahmung von merklichen und  unmerklichen (schönes Wortspiel vor der Wahl) Vorschriften (Verkehrsüberwachung, Versicherungspflichten, Sicherheitsbestimmungen und Visa bei Reisen, Bargeldbeschränkung, Gafferstrafen, Beleidigungen im Netz …) schlicht aufbegehrt. Man filme mal einen Polizisten, der einen filmt. Man verlange von einem Gemeinderat die Bereitschaft, sich streamen zu lassen, ein veröffentlichtes Protokoll zu führen.

 

Heute lese ich also:

 Reichenhaller Tagblatt, 2. August 2017, p19

auch:

Dem Fußgänger geht es wie allen Ureinwohnern. Er ist zu rückständig, um anständig behandelt zu werden.
Er ist eh schon durch Digitalisierung (Spitzer) dement und wohl nicht mehr in der Lage, Multitasking zu praktizieren, also vom Handy Unterhaltung oder Nachrichten zu bekommen und zugleich auf den Weg zu achten. Nein – wir müssen aus Vorsicht gegenüber mit 30 km/h dahin rollenden Boliden in der Fußgängerzone und auf Promenaden noch keinen Helm tragen. Noch nicht. Aber wie beim Autofahren,  sollten wir beim Umhergehen die Finger vom Handy lassen. Selbstverständlich auch hier mit Verweis auf tausende von Todesfällen.
Nein, ich werde mein Handy nicht ausschalten, wenn ich meine Beine zum Laufen verwenden möchte – auch beim Schwimmen trage ich oft den Knopf im Ohr (Wasserdicht Mini Bluetooth Headset Handy Ohrhörer) – für mich bietet das auch eine Aufwertung von Lebensqualität. Und überhaupt: Ich habe diese allgemeine scheinbar gutmeinende Regelwut satt – die sich um jeden Schmarren (zu viel Butter, zu viel Zucker?) kümmert, aber bitte keinesfalls darum, die tatsächlichen Gefährdungen und Lebensrisiken mal auszuwerten und dann Prioritäten zusammenzustellen, durch welche vernünftigen Steuerungen (=Politik)  Risiken effektiv und effizient reduziert werden können – z.B. stünde da ganz oben der Posten Klinikinfektionen, tödliche Sucht (Tabletten, Alkohol, Nikotin). Aber daran stirbt man nicht wirklich, jedenfalls zählen solche einzelnen Tote medial gar nicht.
Unsere Führer haben vergessen, dass man Menschen auch durch Attraktion zu einem Verhalten anleiten kann. Sie sehen als einziges Verfahren um Ziele durchzusetzen, Gängelung und immer noch schärfere Sanktionen. Dabei übersehen sie, dass wie bei Kindern ständiges Gängeln auch bei Bürgern zu Gegenreaktionen und geradezu Boykott und Aufstand führt…. was man nach Auffassung der herrschenden Politik am besten durch immer neue Regelungen und Gängelungen und Aufrüstung der Staatsallmacht „bekämpft“. Bundestagspräsident Lammert beschwert sich gerade über die Verrohung der Umgangsformen der Bürger gegenüber den Politikern und Repräsentanten staatlicher Exekutive, will diesen Zusammenhang aber nicht sehen. Als Bürger wird man fast täglich durch neue Regelungen zur Kontrolle und Überwachung im Hinblick auf nie belegte, nur behauptete Sicherheitsfortschritte herausgefordert. Das  empört immer mehr von uns  Bürgern, weil wir sehr wohl durchschauen, wie einseitig und parteiisch es dabei zugeht.  Im Detail beim Problem Fußgängersicherheit ist ist jedem Informierten klar, die Flüssigkeit des Autoverkehrs hat absoluten Vorrang. Maßnahmen, die Verbesserungen für Fußgänger effektiv bringen würden, würden diesen Fluss stören. Und könnten Wählerstimmen kosten.

Und nochmals zu Lammert, der eine „Verrohung der Umgangsformen“ feststellt Dazu wüsste ich vieles zu erzählen. Es ist jedenfalls immer so, dass man nur den bestraft, der ein hohes Amt durch Zuruf beleidigt. Nie den, der es als Amtsinhaber durch seine Ausübung beleidigt. Und sowas nennen die dann „Würde des hohen Hauses“. Erbärmliche Wichte. Widerlich. Mir fällt dabei zunächst die Frage ein, warum Lammert sich nicht an einer Verrohung der Korruption und Dummheit bei Politikern stört. Auf die Idee, dass die harsche Kommentierung vom Bundestag mit Sicherheit selbstverschuldet ist, kommt Lammert auch nicht. Denn faktisch sind unsere Politiker längst auf einem Niveau angekommen, an dem sie alternativ nur noch auf Korruptions- bzw. auf Gossensprache hören, alles andere kapieren die nicht mehr. Weil sich das Volk, der Souverän, aber die Schmiergelder nicht leisten kann, die man für Lobbyistenausweise zum Bundestag (und in Brüssel – 80% unserer Gesetze werden von dort vorgegeben und bei der EU nicht vom Parlament entwickelt, sondern aufgrund von Lobbyeingaben an die Kommission zum EU-Gesetz) kaufen muss, um feines Gehör zu finden, da bleibt dem Souverän ja gar nichts anderes übrig  als mit derben Beleidigungen sich Luft zu verschaffen. 

 

Jedenfalls kann wie überall dem Problem grundsätzlich mit einer App abgeholfen werden:

 

 

0 Kommentare zu “nun Handyverbot beim Gehen – und die wachsende Wut der Bürger.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.