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Wie Rentner die Arbeitslosenquote senken …. (in D)

Es ist schön, wenn immer mehr Ältere einen bezahlten Job haben. Das Hurra dieser Überschrift relativiert sich beim Weiterlesen schnell. Beim Sozialverband VDK sieht wohl man mit Blick auf immer mehr Zahnlücken die Ursache dafür darin, dass diese Älteren „mit ihrer Rente kaum über die Runden kommen“.

Es gibt allerdings einen weiteren positiven Effekt. Bei der Betrachtung der sinkenden Arbeitslosenquote wird häufig nur der Zähler dieses Bruches diskutiert, also: Ist es richtig, dass krankgeschriebene Arbeitslose, Schulungsteilnehmer und über eine Million andere da nicht mitzählen. (Quelle s.u.) Aber wem ist eigentlich deutlich, dass der Wert eines Bruches auch durch den Nenner bestimmt wird? Es ist eine Spezialität bundesdeutscher Arbeitslosenstatistik, hier diverse Personengruppen aufzuzählen, die schon wegen ihres Alters gar nicht arbeitslos sein können: Als erwerbstätig definiert das Statistische Bundesamt nämlich alle Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren, die mindestens eine Stunde pro Woche bezahlte Arbeit verrichten. Dies bedeutet, je mehr Rentner Arbeit aufnehmen, desto niedriger wird die Arbeitslosenquote. Vielleicht erreichen wir bis zur Wahl die Null? Dank dem Fleiß von immer mehr tatkräftigen Älteren!

In einem Telepolis-Artikel zu diesem Thema bilanziert man übrigens:
„Sicher erscheint indes, dass die realen Arbeitslosenquoten in Deutschland und Österreich (Anmerkung: für D 11,8%, für Österreich 12,2% ) nicht allzu weit auseinander liegen. Frappierend ist, wie unterschiedlich Politik und Medien damit umgehen.

 

PNP/Reichenhaller Tagblatt, 13.7.2017, Seite 1

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